Eduard Lebold

Instruktor der Kategorie B

         „Ich hatte Glück, dass ich in einer Umgebung aufgewachsen bin, wo sportliche und gesellschaftliche Aktivitäten sehr gefordert und gefördert wurden.

         Meinen ersten Schwimmkurs besuchte ich bereits mit 6 Jahren. Mein Vater bestand darauf, dass ich mich körperlich und geistig stärken müsse. So habe ich dann regelmäßig mit ihm Joggen und Schwimmen gehen müssen. Er hat mir Ski-laufen beigebracht und nur durch seine Teilnahme an meiner sportlichen Weiterentwicklung konnte ich bereits im Alter von 10 Jahren sorgenlos eine Strecke von mehr als 10 km mit ihm bei gutem Tempo mithalten.

         Ich bin meinem Vater bis heute dafür sehr dankbar, dass er mir die Liebe zur körperlichen Belastung beigebracht hat und meinen sportlichen Ehrgeiz und Geist (den Willen zum Sieg) gefördert hat!

         Ich habe mich bei vielen Clubs probiert, aber nur bei wenigen bin ich länger als ein Jahr geblieben.
Es gab dafür unterschiedliche Gründe. Manchmal waren es gesundheitliche Gründe, ich litt oft an Erkältungen und div. Krankheiten (mit 17 Jahren hatte bereits 5 chronische Krankheiten, die Ärzte konnten mich nicht mehr heilen), deshalb war auch meine Mutter die meiste Zeit dagegen, dass ich aktiv Sport treibe. Und nur durch die Durchsetzungskraft meines Vaters konnte ich meine sportliche Aktivitäten weiter fortsetzen. Mit 19 Jahren war ich so fit, dass die Ärzte das gar nicht wahrnehmen wollten. Die Ursachen für den Erfolg waren richtige körperliche Belastung, Wasserbehandlung, ausgewogene Ernährung, keine Zunahme von Medikamenten und ein sehr starker Wille wieder mal gesund zu leben. Dadurch konnte sich mein Immunsystem ganz schnell regenerieren und stärken.

         Ich bin auch dem ganzen Bildungssystem der damaligen UdSSR dankbar, durch den aktiven Sportunterricht an den Schulen sowie die Hingabe und aktive Teilnahme unserer Lehrer an unserem Vorankommen, konnte ich Fußball, Basketball, Volleyball, Turnen und etc. bis zu einem guten Grad erlernen und vertiefen.

         Ich gehöre wahrscheinlich zu der letzten Generation, die ohne Computer und mit wenig Fernsehen aufwuchs und fast die ganze Zeit als Kind und später auch als Jugendlicher draußen mit anderen verbracht hat. So konnte ich Fußball-, Volleyball-, Hockey-, Tischtennis-Spielen, Radfahren, div. Ball- und Gemeinschaftsspiele erlernen und praktizieren.

         Dafür bin ich all den Freunden, Mitschülern, Nachbarn und Kumpels sehr dankbar!!!
Ich weiß (habe es miterlebt) was wahre Gemeinschaft bedeutet und wie viel Spaß man hat, wenn man zu einer guten Gemeinschaft hingehört und sich als Teil dieser identifizieren kann und darf.

         Hier liste ich nur einige wenige Vereine, Clubs und Sportzentren auf, die ich in den letzten Jahren vor der Abreise nach Deutschland besucht habe:

1988-1989 – Wasserball im Schwimmbad-Komplex „Sodovik“
1990-1991 – Leichtathletik im Sportzentrum „Temp“
1992-1993 – Erlernen der Kriegskunst Wushu im Sportzentrum „Titan“,
                        Hockey in einem Freizeit-team auf der Eisarena „Agrohim“
1993-1997 – Bodybilding in Clubs „Rosinka“, „Rovesnik“ und im Sportzentrum „Titan“
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             1997 – Anreise nach Deutschland, div. Integrationskurse
1998 – 2000 – Wehrdienst bei der Bundeswehr, Teilnahme an der Friedensmission in Jugoslawien
2001 – 2002 – Hap-Kune-Do-Academy Shaolin Kung-Fu Hamburg bei Peter Zeiske
2005 – 2008 – Dacascos-Kung Fu in Wentorf bei Maik Böttcher
             2008 – Bekanntschaft mit dem russischen Kampfsystem „Sibirskiy Viun“,
                          privat Training bei dem Master Andrej Fuhrmann in Paderborn,
                          erstes eigenes Training in Hamburg im engen Kreis
             2009 – Bekanntschaft mit dem Master Dmitry Skogorev
2009 – 2012 – diverse Seminare bei den Mastern Skogorev und Fuhrmann
             2012 – erfolgreiche Teilnahme an der Instruktor-Prüfung unter der Leitung von beiden Mastern,
                          Dmitry Skogorev und Andrej Fuhrmann, in Paderborn.

         Das wäre es in Kurzform…, die Geschichte geht natürlich weiter,
denn wir stehen erst am Anfang unserer Zukunft!“

Eduard Lebold

Gennadij Popov

Instruktor der Kategorie B

         „Als Kind war ich der Kleinste und Schwächste in meiner Klasse.
Ich war dünn und klein, dadurch konnte ich mich in meinem Jahrgang gegen die größeren nicht durchsetzen.

         In meinem Gedächtnis ist eine ganz bestimmte Situation mit meinem Arzt geblieben:
Nach einer Untersuchung stellte man bei mir fest, dass ich zu niedrigen Blutdruck habe.
Wie soll sich ein Junge fühlen, der so schon klein und zerbrechlich wirkt?
Der Arzt sagte zu mir, dass ich für das Militär nicht geeignet bin. Das war ein Schock für mich,
da das die einzige für mich erdenkliche Möglichkeit wäre nicht der kleine, dünne Junge zu sein …
Kurz darauf erwähnte er aber auch, dass ich, wenn ich unbedingt zum Militär möchte,
unbedingt Sport machen muss.
Durch den Sport könnte ich meinen Blutdruck ins Gleichgewicht bringen.
Das war wie ein Lichtblick.
Eine Chance mich zu beweisen und meinen Traum in Wirklichkeit umzusetzen.

Nun bin ich 35 Jahre alt und kann diesen Moment nicht vergessen,
weil er mein Leben komplett verändert hat.
Mein Sport ist der Mittelpunkt meines Lebens geworden.
Ich ging zur Selbstverteidigung und lernte verschiedene Kampfsportarten.
Ausdauertraining war für mich jeden Tag mein Begleiter.
Und ja, ich hatte meinen Körper soweit im Griff, dass ich es geschafft habe
1994 auf die militärische Schule zu gehen.

Nebenbei war ich weiterhin in Sportvereinen aktiv.

2003 bin ich dann nach Deutschland eingereist.

Natürlich habe ich dann Sprachkurse besucht, es fehlte mir aber was.
Nicht nur der Sport, sondern auch eine Weiterbildung.
Ich hatte den Drang dazu mich zu bilden und was auf die Beine zu stellen.
Somit habe ich dann 2004 die Ausbildung zum Vermögensberater bei der DVAG angefangen
und war dort bis 2010 als selbständiger Berater tätig.

Aber das reichte mir immer noch nicht aus.
In dieser Zeit suchte ich den perfekten Ausgleich zur Arbeit.
Da überlegte ich mir, dass es nur eins geben kann und das ist der Sport.

Dabei habe ich von meinem Freund Eduard Lebold über „Russian Martial Art“ erfahren.
Das war perfekt, weil es für mich nichts Besseres gab, da ich ja schon wie gesagt,
mich sehr früh dafür interessiert habe mich im Kampfsport weiter zu bilden
und dazu war es nicht nur eine Sportart oder ein Kampfsport, sondern eine wahre Kampfkunst.

Stück für Stück bildete ich mich weiter und es führte soweit, dass ich 2012 an einer Instruktorprüfung
in Kategorie A (RMA System „Sibirsky Viun“) erfolgreich teilnehmen konnte.

Seit dem 01.07.2012 bin ich Geschäftsführer der Firma WerkLog GmbH in Hamburg.

Ausdauer, Kraft und Selbstbewusstsein.
Stück für Stück habe ich diese Punkte in meinem Leben erfüllt.
Vom kleinen, dünnen und schwachen Jungen zum gesunden, großen, selbstbewussten Mann,
der seine Ziele verfolgt und verwirklicht hat.“

Gennadij Popov

Dennis Fliemann

Instruktor der Kategorie A

Ich wurde in Kasachstan geboren und war ein aktives Kind, sogar ein sehr aktives Kind.

In dieser Zeit brach nun die Sowjetunion zusammen, aber wie die gesamte Infrastruktur blieb, so blieb auch das Haus der Jugend, in dem alle Arten der Beschäftigungen für Kinder vertreten waren.

Ich war derjenige, den alle kannten, weil ich mich zu dem Zeitpunkt schon mit Foto, Go-Kart, Karate und sogar mit Chor Gesang beschäftigt habe. Sportlich bin ich schon immer aktiv gewesen. Ab der dritten Klasse spielte ich ständig Basketball.

Im Jahr 2001 sind wir in die BRD gezogen, in die Stadt an der Elbe. Nach einiger Zeit fühlte ich den Mangel an Sport. Daher kam mir Kickboxen gerade sehr attraktiv vor. Nach zwei aktiven Jahren ließ jedoch der Spaß nach.

Alles, womit ich mich später beschäftigt habe, unter anderem Thaiboxen, klassisches Boxen und sogar KVN, erfüllte mich nicht. Das Gefühl, dass es alles nicht meins ist, verließ mich nie.

Inzwischen kam die Zeit zu heiraten und als Folge wurden zwei bezaubernde kleine Mädchen geboren.

Eines Tages erfuhr ich, dass in unserer Stadt „Sibirskij Viun“ unterrichtet wird. Kaum versah ich mich, schon schnappte ich mir meinen besten Freund und wir nahmen an einem Probe-Training teil. Nach einer Weile kam die Erkenntnis:  „Das ist doch das, wonach ich schon immer gesucht habe!“. Langsam lernte ich die spirituelle Tiefe der Kampfkunst kennen. Die Erfahrungswerte haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, das Wissen nicht nur zu behalten, sondern mit anderen zu teilen.

Dennis Fliemann

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